Gerne möchten wir Ihnen hier einige der Highlights des DIVI-Kongresses 2019 vorstellen.

Öffentlichkeitsveranstaltung:

Wiederbelebungstraining „KIDS SAVE LIVES“

09:00 – 10:30 Uhr
Chicago (Konferenzbereich A)

Anlässlich des 19. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und der Initiative unseres Kongresspräsidenten Univ.-Prof. Dr. Bernd W. Böttiger, freuen wir uns auf die Teilnahme von 219 Hamburger Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 7 bis 10 an unserem Wiederbelebungstraining „KIDS SAVE LIVES“.

Der plötzliche Herztod gilt in der westlichen Welt als dritthäufigste Todesursache. Statistisch erleidet jeder zehnte Mensch einen außerklinischen Herzstillstand. Der Rettungsdienst kommt im Durchschnitt nach frühestens acht bis elf Minuten, das Gehirn stirbt jedoch bereits nach drei bis fünf Minuten. In mehr als 60% wird ein Herzstillstand von Laien beobachtet. Wenn diese sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, verdreifacht sich die Überlebensrate. Mehr als 10.000 Menschenleben pro Jahr könnten zusätzlich gerettet werden, wenn mehr Laien sofort nach dem Herzstillstand mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen würden.

Der zentrale und nachhaltige Schlüssel zur Erhöhung der Ersthelferrate kann der Schulunterricht in Wiederbelebung, am besten noch vor der Pubertät, sein. Das Training von Jugendlichen in Wiederbelebung erhöht auch spürbar die soziale Interaktion und die soziale Kompetenz, und fast immer ist es auch mit sehr viel Spaß für alle Beteiligten verbunden. Jugendliche können dabei sehr gut auch als Multiplikatoren dienen, wenn man ihnen die Hausaufgabe gibt, in den folgenden 2 Wochen 10 weiteren Menschen zu zeigen, wie man im Notfall wiederbelebt.

Die DIVI möchte die Gelegenheit nutzen und die Hamburger Schülerinnen und Schüler „fit“ machen.

         

   

 

 

 

 

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) und Patientenisolierung wegen MRE

Symposium
10:30 – 12:00 Uhr
Wiesbaden (A1)

Dr. K.-F. Bodmann

Wenn das Stichwort TDM in der Infektiologie fällt, denkt jeder zuerst an Aminoglykoside oder Glykopeptide, für die es seit langem Erfahrung in der klinischen Praxis gibt. Bedingt durch zahlreiche Untersuchungen zur Pharmakokinetik und Pharmakodynamik in den letzten Jahrzehnten  und Fortschritte in der Analytik ist auch das TDM von Betalaktamen heute möglich. Bei den Zielgrößen herrscht aber trotz zahlreicher Studien noch Klärungsbedarf, wenn sie verantwortungsbewusst in der täglichen Praxis umgesetzt werden sollen. Mit zunehmend komplexer werdenden Geschehen im Umfeld der Sepsis und des septischen Schocks ist auch ein TDM schwierig zu messender Substanzen wichtig, was zwangsläufig den Einsatz hochspezifischer und hochsensitiver Methoden wie die Massenspektroskopie(MS) erfordert. Auch die Messung der freien Plasmakonzentration hoch Eiweiß gebundener Substanzen (>95%) ist meist nur mit MS erreichbar, ebenso wie die schnelle Messung von Antimykotika, Virustatika, Anti-Protozoenmitteln und Substanzen, die von einer Arzneimittelinteraktion betroffen sein können. Und schließlich wird die Neonatologie mit ihren geringen Plasmamengen von oft weniger als 20µL  ohne Methoden mit Höchstempfindlichkeit nicht auskommen. Über den Einsatz flexibler Software und auch da den Umgang mit Substanzen außerhalb der Betalaktame und Aminoglykoside muss nachgedacht werden. Und natürlich neu zugelassenen Substanzen, deren Wirkungen und Nebenwirkungen, sowie das Potenzial zu schneller Resistenzbildung in der Regel wenig erforscht sind.

Das Symposium versucht, eine unter den Gegebenheiten einer Intensivstation kleinerer Kliniken bis zu Großkliniken vertretbare Vorgehensweise zur Diskussion zu stellen und die Frage zu klären, wie Messergebnisse in wenigen Stunden verfügbar sein können. Auch die Aus- und Weiterbildung der ABS-Experten muss auf die neue Situation eingestellt werden.

Festvortrag auf dem DIVI-Kongress 2019
von Dr. Eckart von Hirschhausen

Eröffnungsfeier
12:30 -14:00 Uhr
Hamburg (A1)

Begrüßung des DIVI – Präsidenten
Prof. Dr. Uwe Janssens

Begrüßung des Kongresspräsidenten
Univ.- Prof. Dr. Bernd W. Böttiger

Grußwort des Bundesgesundheitsministers
Jens Georg Spahn

Preisverleihungen

Forschungspreis – Posterwettbewerb
Förderstipendium der DIVI -Stiftung
Forschungsförderung im Bereich der intensiv- und notfallmedizinischen Gesundheitsfachberufe
Forschungsförderpreis Delir-Management
Valerius Preis

Festvortrag
Gehört die Erde auf die Intensivstation?
Dr. Eckart von Hirschhausen
Arzt, Moderator, Kabarettisst und Gründer der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN

Terror und andere Großschadensereignisse

Symposium
14:30 – 16:00 Uhr
Hamburg (A1)


Präsentationen

14:30 Uhr

Medical Management of the 2015 Paris Terrorist Attacks Pierre Carli, Paris, Frankreich

Lesen Sie hier mehr im Artikel „The medical response to multisite terrorist attacks in Paris“ von Prof. Dr. Pierre Carli, welcher im November 2015 im The Lancet erschienen ist.

Foto Pierre Carli

Short Biography of Pierre CARLI (2019)

Pierre CARLI, is since 1998 Professor and Chairman of the EMS of Paris (SAMU de Paris). He is a national and international expert in the area of the prehospital care, cardiac arrest, emergency and disaster medicine. He has been elected president of French Resuscitation Council (CFRC) and the vice-president of « SAMU – Urgences de France » (the French EMS organization), and chairman of the Medical Board of Necker University Hospital.

Pierre CARLI has been personally involved in the management of the terrorist attacks in Paris, in 1995 -1996, the major heat wave in Paris in summer 2003, the H1N1 outbreak in 2009, and more recently in the terrorist attacks in Paris in January and November 2015. Since 2009, he has been appointed by the Minister of Health, as Chairman of the National Board of Hospital Emergencies (Conseil National de l’Urgence Hospitalière). In June 2019, he was commissioned to produce a national report on Medical Emergency Services improvement.

At Paris Descartes University he is in charge of the program of Emergency Medicine, and the Disasters Medicine program for the EMS (SAMU) physicians and nurses. Pierre Carli is member of several editorial boards and the author of many article related to Emergency Medicine, cardiac arrest, Disaster Medicine and critical care.

In 2018 he has been elected full member of the French National Medical Academy.

In 2015 Pierre CARLI has been promoted Commander in the National Order of the Legion of Honor.

15:00 Uhr
Was plant, sagt, macht die Bundeswehr? Prof. Dr. Matthias Helm, Ulm
15:30 Uhr
Wie ist eine deutsche Großstadt am besten vorbereitet? Prof. Dr. Alexander Michael Lechleuthner, Köln

 

Präklinische Kindernotfälle

Symposium
14:30 – 16:00 Uhr
Berlin (A1)

PD Dr. Florian Hoffmann

Präklinische Notfälle bei Kindern machen nur einen kleinen Prozentsatz der Einsätze des Rettungsdienstes aus. Unterschiedliches Erkrankungsspektrum, gewichtsadaptierte Medikamentenapplikation, Anwesenheit der Eltern, mangelnde Kooperation sowie Angst vor invasiven Maßnahmen wie Zugang-Legen stellen alle Beteiligten immer wieder vor immense Herausforderungen.
Eine der schwierigsten Aufgaben stellt die Ersteinschätzung des kritisch kranken Kindes und die Triagierung der Behandlungsdringlichkeit dar.
Aufgrund der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeit und der unterschiedlichen Anatomie und Physiologie wird die Erkrankungsschwere häufig unterschätzt und akute Dekompensationen nicht antizipiert.
Eine häufige Einsatzindikation stellen thermische Verletzungen dar. Wichtigste Aufgabe hierbei ist häufig die Einleitung einer adäquaten Schmerztherapie.
Diese kann ohne liegenden i.v.-Zugang als einfache Möglichkeit als intranasale Medikamentenapplikation erfolgen. Eine sehr seltene, aber extrem gefürchtete Erkrankung stellt die Meningokokken-Sepsis dar.
Eine frühzeitige klinische Erkennung des Schocks im Kindesalter ist sehr schwierig und entgegen der Erwachsenenmedizin die Blutdruckmessung unzuverlässig, weshalb der Beurteilung der kapillären Füllungszeit große Bedeutung zukommt.
Das frühzeitige Legen eines i.o.-Zugangs und die wichtige Initialtherapie mit Flüssigkeitsboli von bis zu 3 x 20 ml/kg sowie die initiale Katecholamintherapie stellen wichtige Versorgungsstrategien dar.

Berufspolitische Expertendiskussion: Aktuelle Entwicklungen in der Pflege

Podiumsdiskussion
14:30 – 16:00 Uhr
Kiel (A1)

RKH Akademie, Tilmann Müller-Wolff

Diskutieren Sie Intensivpflege mit den Experten – interaktive Podiumsdiskussion

Das Thema Intensivpflege dominiert die aktuellen Diskussionen rund um die Qualität und Versorgungssicherheit bundesweit. Politik, Wissenschaft und Verbände debattieren die Herausforderungen um die Zukunft zu gestalten. Beim DIVI Kongress in Hamburg wollen wir die Potentiale und Chancen der aktuellen Entwicklungen aufgreifen und mit den Intensivpflegenden diskutieren. Dazu haben wir im September 2019 fünf Expertenthesen zur Intensivpflege publiziert, die wir beim Kongress am 4.12. in Hamburg in einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion darstellen. Die Autoren der Thesen und DIVI Präsidiumsmitglieder werden die aktuellen Entwicklungen rund um die Intensivpflege mit den Kongressbesuchern diskutieren.

Qualitative Intensivpflege und deren Kompetenzen muss noch viel deutlicher dargestellt werden. In der DIVI und beim DIVI Kongress bieten sich hierfür viele Möglichkeiten. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und die gemeinsame Diskussion.

Bis zum letzten Atemzug – Beatmung am Lebensende

Symposium
16:30 – 18:00
Chicago (Konferenzbereich A)

Prof. Dr. Uwe Janssens

Bei einem beatmeten Patienten, bei dem keine medizinische Indikation für diese Intervention mehr besteht und/oder der Patientenwille die Beatmung in der konkreten Situation ausschließt, sollte eine Therapiebegrenzung bzw. der Therapierückzug im Sinne der Therapiezieländerung erfolgen. Die geplante Sitzung „Bis zum letzten Atemzug – Beatmung am Lebensende“ beleuchtet diesen schwierigen und für alle Beteiligten fordernden Prozess unter verschiedenen Gesichtspunkten. Fred Salomon betont in seinem Eingangsreferat die enorme emotionale Bedeutung der Atmung für Patienten, Angehörige und das Behandlungsteam. Die Diskonnektion des sterbenden Patienten vom Beatmungsgerät oder die sogenannte „terminale“ Extubation führen deshalb regelhaft zu einer emotionalen Belastung der Angehörigen aber auch bei den Mitgliedern des Behandlungsteams. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang rechtliche Fragen aufgeworfen, da die Sorge besteht, dass es sich hierbei um eine „aktive Sterbehilfe“ handelt. Die rechtlichen Unsicherheiten wird Gunnar Duttge in seinem Vortrag adressieren und auflösen. Andrej Michalsen wird abschließend aus seiner praktischen Erfahrung heraus Empfehlungen zum konkreten Vorgehen bei Verzicht auf eine Beatmung aber vor allem auch bei der Beendigung einer invasiven Beatmung nach Therapiezieländerung mit Zulassen des Sterbens bei einem terminal kranken Patienten aussprechen.

Sepsis und Organversagen

Symposium
16:30 – 18:00
Hamburg (A1)

Präsentationen

16:30
Acute lung failure Prof. Dr. Luciano Gattinoni, Göttingen

17:00
Akute Nierenschädigung Univ.-Prof. Dr. Alexander Zarbock, Münster

17:30
Extrakorporale Therapien in der Sepsis PD Dr. Martin Sauer, Rostock

Neustrukturierung der Notfallversorgung – Umsetzung in der Praxis?

Symposium
16:30 – 18:00 Uhr
Freiburg (A3)

Prof. Dr. André Gries

2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Neustrukturierung der stationären Notfallversorgung beschlossen. In Abhängigkeit zu erfüllender struktureller und qualitativer Voraussetzungen an den Kliniken erfolgt die Einteilung in Kliniken der Basisnotfallversorgung, der erweiterten und umfassenden Notfallversorgung. Die Zentrale Notaufnahme bildet dabei ein Kernelement der neuen Strukturen: So müssen bereits Kliniken der Basisnotfallversorgung eine eigenständige Zentrale Notaufnahme unter eigener Leitung vorhalten. Für die Leitungsfunktion wird die Zusatzqualifikation Notfallpflege bzw. die Zusatzweiterbildung klinische Akut- und Notfallmedizin gefordert. Die Ersteinschätzung aller Notfallpatienten soll innerhalb von 10 Minuten erfolgen und Notaufnahmen an Kliniken der erweiterten und umfassenden Notfallversorgung haben eine Beobachtungsstation zu etablieren. Negative Auswirkungen der neuen Strukturen auf die Krankenhauslandschaft und die gesamte Notfallmedizin wurden befürchtet und medial z.T. populistisch dargestellt. Die aktuelle Sitzung rund ein Jahr nach G-BA Beschluss soll nun die tatsächliche Situation im Rettungsdienst, an den Kliniken und in den Zentralen Notaufnahmen aufgreifen und darstellen. Welche Auswirkungen in der Praxis hat der G-BA-Beschluss wirklich, welche sind noch zu erwarten? Nicht zuletzt diskutieren wir mit Ihnen: Reichen die Vorgaben für die stationäre  Notfallversorgung aus oder muss die gesamte Notfallversorgung in Deutschland neu geregelt werden?